Dorfleben & Schicksale

Drei Geschwister – ein tragisches Jahr 1740

Auf dem alten Kirchgelände erzählt ein Grabstein von einer Familie, die in wenigen Wochen drei Kinder verlor.

Grabstein der drei 1740 verstorbenen Geschwister Francke, Aufnahme im Turmfest-Vortrag 1999, S. 8
Grabstein der drei 1740 verstorbenen Geschwister Francke, Aufnahme im Turmfest-Vortrag 1999, S. 8

Im Februar und März 1740 starben nacheinander drei kleine Kinder des Abberöder Ackermanns und Kirchvaters Johann Jacob Francke. Ihre Namen und Todesdaten stehen in einer Abschrift des damaligen Sterberegisters, die der Vortrag zum Turmfest 1999 wiedergibt.

Johanna Elisabetha war vier Jahre alt. Wenige Tage später starb ihr zweijähriger Bruder, dessen Vorname in der Abschrift nicht genannt wird. Am 12. März folgte die siebenjährige Anna Maria Dorothea.

Ein Heilmittel wurde zum Gift

Der Pfarrer hielt fest, man habe den Kindern wegen erkrankter Kopfhaut einen Stoff namens „Kobalt“ oder „Cubaltum“ aufgetragen. Er führt die Todesfälle auf dessen Giftigkeit zurück. Welche Substanz genau gemeint war, ist damit nicht abschließend geklärt.

Der erhaltene Grabstein macht aus einer alten Registereintragung eine unmittelbar berührende Familiengeschichte. Zugleich erinnert er daran, wie gefährlich Krankheiten und vermeintliche Heilmittel früher sein konnten.

Weitere Bilder und Dokumente

Die einst vollständige Abberöder Kirche, historische Aufnahme im Turmfest-Vortrag 1999, S. 1
Die einst vollständige Abberöder Kirche, historische Aufnahme im Turmfest-Vortrag 1999, S. 1
Der erhaltene Turm der St.-Stephani-Kirche in Abberode · Privatsammlung
Der erhaltene Turm der St.-Stephani-Kirche in Abberode · Privatsammlung
Quellen zu diesem Beitrag
  • Vortrag zum Turmfest 1999, S. 8–9, mit Abschrift aus dem Sterberegister von 1740.
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